Chronik der Feuerwehr in Emmersweiler

 

von Edmund Allard, Emmersweiler

 

Vorgeschichte

 

Das Feuerlöschwesen in Emmersweiler ist mit Sicherheit so alt wie der Ort selbst, wenn auch die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr" erst sehr viel später erfolgte. Aus dieser frühen Zeit sind leider keine Dokumente erhalten geblieben, die uns heute Zeugnis geben könnten. Ein erster schriftlicher Nachweis über ein bestehendes Feuerlöschwesen gibt der Bericht des damaligen Regierungsrates Lex, aus dem Jahre 1756, der im Auftrag des Fürsten von Nassau‑Saarbrücken alle Ortschaften des Fürstentums besuchte.

In der damaligen Zeit war das Feuerlöschwesen in Emmersweiler, wie auch in den anderen Orten, in der "Dorfordnung" geregelt, die auf dem Prinzip der gegenseitigen Hilfeleistung basierte. Die verantwortliche Führung lag in den Händen des Dorfvorstehers. Dieses Prinzip wurde von Generation zu Generation weitergetragen. Im Jahre 1815 kamen die ehemaligen nassauischen Besitzungen, nach fast 20jähriger französischer Besatzungszeit, zu Preußen. In der Rheinprovinz wurde durch besondere staatliche Regelungen das Feuerlöschwesen neu geordnet. Ein Zeitdokument dafür ist die Feuerordnung für den Regierungsbezirk Trier vom 2. Juni 1837 wozu auch die Bürgermeisterei Ludweiler mit Emmersweiler gehörte.

Darin heißt es unter Abschnitt 1:

 

"Maßregeln zur Verhütung von Feuersgefahr." u.a.:

 

"Die Ortsbehörden dürfen in Flecken, Dörfern und Weilern und überall, wo mehrere Häuser zusammenstehen, bei der Anlegung neuer Dächer nur Bedachungen aus Metall, Schiefer oder Ziegeln und Lehmschindeln nach der bekannt zu machenden Bereitungsart gestatten. Stroh‑ oder Rohrbedachungen und Holzschindeln sind nur erlaubt auf Gebäuden eines und desselben Besitzers, welche mindestens 2000 pr. Fuß (etwa 600 m) von anderen entfernt stehen. Neu zu bauende Schornsteine sollen in Zukunft eine Öffnung zum Reinigen haben, welche mit einer eisernen Tür genau verschlossen werden kann. In der Nähe der Schornsteine dürfen auf eine Entfernung von wenigstens 3 Fuß (etwa 1 m) weder Stroh, Kaff, Holz, Flachs, Garn, Pech, Öl, Fett, Holzkohle noch andere leicht feuerfangende Stoffe bewahrt werden. Jedes Haus muß mit einer verschlossenen Laterne versehen sein. Das Tabakrauchen in Ställen, Scheunen, ... ist verboten."

 

Aus diesen Ausführungen geht deutlich hervor, daß man den bis dahin häufigsten Brandursachen durch behördliche Regelungen entgegenwirken wollte.

Im Abschnitt 2 der Feuerordnung war auch die zur Löschung eines ausgebrochenen Feuers erforderlichen Mittel geregelt. Hier heißt es beispielsweise:

In jedem Ort, welcher mehr als 10 Häuser enthält, müssen sich wenigstens 2 Feuerleitern und 2 Brandhaken befinden. Leitern und Haken sollen unter eigenen Wetterdächern an Kirchen, Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden aufbewahrt werden. Es soll angestrebt werden, daß sich in allen größeren Ortschaften eine gute Feuerspritze befindet, kleinere Ortschaften eine gemeinsame, arme Ortschaften eine tragbare haben. Jeder Hausbewohner in der Nähe eines ausgebrochenen Brandes, welcher einen Brunnen oder eine Pumpe hat, muß bei entstandenem Feuer seine Wohnung öffnen, damit das nöthige Wasser bei ihm entnommen werden könne. Im Weigerungsfalle wird die Haustür von der Polizei geöffnet. "

Auskunft über die "Maßregeln zur Löschung ausgebrochener Feuersbrünste" gibt der Abschnitt 3 der Feuerordnung:

So hatten "... die an dem Orte wohnenden Handwerker, insbesondere Schornsteinfeger, Dachdecker, Maurer, Zimmerleute, Schmiede, sowie alle übrigen arbeitsfähigen Einwohner nach erhaltener Kunde von dem Ausbruch des Feuers sich an die Brandstätte zur Hülfeleistung zu begeben".

Der Ortsvorsteher war Leiter der Löscharbeiten. Die Einwohner des Ortes wurden durch Anschlagen der Glocken oder Alarmmachen über den Ausbruch eines Feuers in Kenntnis gesetzt. In Emmersweiler wurde, neben dem Anschlagen der Glocken, durch zusätzliches Hornsignal der Ausbruch eines Brandes angezeigt.

Waren die eigenen Löschkräfte bei der Brandbekämpfung nicht ausreichend, gab die Feuerordnung Aufschluß darüber, was zu tun war:" So muß der die Löschanstalten Leitende beim Ausbruch des Feuers sofort reitende Boten nach der nächsten Gemeinde entsenden, um Hülfe herbeizuschaffen."

Diese Auszüge aus der damaligen Feuerordnung enthalten eine Fülle von polizeilichen Verordnungen und Verhaltensmaßregeln. Aus den alten Dokumenten geht aber auch deutlich hervor, daß Emmersweiler zwar eine „Feuerwehr" besaß, daß es sich hierbei jedoch um eine Löschmannschaft handelte, die ausschließlich auf der gegenseitigen Hilfeleistung der Dorfbewohner beruhte. Eine organisierte Feuerwehr gab es damals bei uns noch nicht. Die Menschen in jener Zeit halfen sich selbst und waren dazu bereit, dem Nächsten in der dörflichen Gemeinschaft im Notfall zu helfen. Das war auch in Emmersweiler so üblich. Dieser Grundsatz, ein Leitmotiv aller Feuerwehren, ist bis heute erhalten geblieben. Aus einem Verzeichnis über die vorhandenen "Löschgerätschaften" aus dem Jahre 1858 erfahren wir, daß damals in Emmersweiler lediglich 25 lederne Feuereimer, eine Leiter und zwei Feuerhaken vorhanden waren. Wie in den anderen kleineren Orten fehlte auch in Emmersweiler eine Feuerspritze. In dieser Zeit besaß lediglich die Bürgermeisterei Ludweiler ein solches Löschgerät.

Die mangelnde Organisation des damaligen Feuerwesens in unserem Bereich wurde besonders beklagt durch den Direktor der Feuer‑Societät. Im Amtsblatt des Regierungsbezirkes Trier vom 27.08.1880 schreibt er "daß das Feuerwehrwesen in sehr vielen Gemeinden der erforderlichen Organisation entbehre. In manchen Gegenden (Kreise Saarlouis, Ottweiler, St. Wendel) sei der Schaden (Niederreißen von Gebäuden) größer als durch das Feuer".

Durch eine geregelte Organisation des Löschhilfewesens und der Bildung organisierter Feuerwehren sollte diesem Mißstand begegnet werden. In der Folgezeit entstanden organisierte Freiwillige Feuerwehren, deren Organisation auf eigenen Ortssatzungen beruhte und mit den Polizeiverordnungen von 1837 und 1886 in Einklang standen. So zum Beispiel in Lauterbach und Großrosseln. In Emmersweiler blieb das Löschwesen in der bisherigen nichtorganisierten Form der gegenseitigen Hilfeleistung bestehen.

Im Jahre 1904 wurde ein Gesetz erlassen, welches die Neuregelung des Feuerlöschwesens zum Ziel hatte. Danach sollte jede Gemeinde ein funktionsfähiges Feuerlöschwesen erhalten. Dieses Gesetz stieß, was die Organisation anbelangte, auf unterschiedliche Auffassungen zwischen der zuständigen Bürgermeisterei Ludweiler und der vorgesetzten Behörde. So wollte der Bürgermeister eine zentrale Wehr mit der Begründung der schlechten Erfahrung mit der Freiwilligen Feuerwehr in Großrosseln.

Der Regierungspräsident war jedoch nicht gewillt, sämtliche Feuerwehren des Verwaltungsbezirkes Ludweiler zu einem Feuerlöschverband zusammenzuschließen. Er wollte keine "Bürgermeisterfeuerwehr" wegen der teilweise recht erheblichen Entfernungen der einzelnen Ortschaften, wodurch die Feuerwehr schwerfällig würde und es zu einer Zersplitterung der Kräfte käme. Außerdem seien die einzelnen Gemeinden so groß, daß sie eigene Feuerwehren aufstellen könnten. Mit Schreiben vom 25.11.1907 teilte der Landrat von Saarbrücken dem Bürgermeister des Amtes Ludweiler diese Meinung des Regierungspräsidenten mit und unterstützte dessen Ansicht nach Selbständigkeit der Löschzüge in den einzelnen Gemeinden.

Der Bürgermeister des Amtes Ludweiler bekundete seine Meinung in einem Schreiben an den Landrat, daß die Löschkräfte in den einzelnen Gemeinden im Brandfalle allein ausreichend seien und die Löschzüge in jeder Beziehung einer Wehr gleich seien. An ihrer Spitze sollte ein Brandmeister stehen. Aus verwaltungstechnischen Gründen sollten jedoch die einzelnen Löschzüge zu einem Verband vereinigt werden, an dessen Spitze ein Oberbrandmeister stehen sollte.

 

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Emmersweiler und die Entwicklung.

 

Durch eine Verfügung vom 29.4.1908 wurde von dem Regierungspräsidenten die Genehmigung erteilt, daß sämtliche Gemeinden der Bürgerneisterei Ludweiler zu einem "Feuerlöschverband Ludweiler" vereinigt werden können.

Durch amtliche Bekanntmachung vom 2.5.1908 wurden die männlichen Bürger der einzelnen Gemeinden der Bürgermeisterei Ludweiler aufgefordert, sich als Mitglieder für die Feuerwehr zu melden.

Diesem Aufruf folgten neun beherzte Männer aus Emmersweiler, die in dem selben Monat (das genaue Datum läßt sich heute nicht mehr feststellen) in einer einberufenen Versammlung die Feuerwehr in Emmersweiler gegründet haben.

Als Gründungsmitglieder gehörten dem Löschzug Emmersweiler an:

1. Neu Josef (Brandmeister)

2. Schmitt Seraphin (stellvertretender Brandmeister)

3. Freitag Jakob

4. Bläs Josef

5. Fey Theodor

6. Schröder Adolf

7. Freitag Felix

8. Schmitt Nikolaus

9. Dehm Johann

Innerhalb kurzer Zeit folgten weitere 16 Männer dem Beispiel der neun Gründungsmitglieder und traten in die Wehr ein. Da die meisten Männer in ihrer Freizeit auch gemeinsam musizierten, konnte der Löschzug eine eigene Musikkapelle aufstellen. In den Folgejahren wurde hinter der Schule in Emmersweiler ein Spritzenhaus erbaut, in dem die Feuerwehr ihre Löschgerätschaften unterbrachte. Im Ort wurden mehrere Feuermeldestellen eingerichtet, von denen aus die Feuerwehrmänner im Brandfalle mit einem Hornsignal alarmiert wurden. Eine davon befand sich im Hause des Jakob Weiland in der ehemaligen Kirchstraße.

Die positive Entwicklung der Feuerwehr wurde jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh unterbrochen.

Fast alle Mitglieder der Feuerwehr wurden zum Militärdienst eingezogen. Um den Brandschutz weiterhin zu gewährleisten, wurde in vielen Orten, so auch in Emmersweiler, zwischen 1914 und 1918 eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt, die die Lücke wieder schließen sollte.

Nach dem Krieg lebte die Freiwillige Feuerwehr wieder auf. Die Führung übernahm im Jahre 1919 der Brandmeister Josef Urschel. Bis zum Jahre 1920 zählte der Löschzug 28 aktive Mitglieder. Die Musikkapelle wurde wieder aktiviert und nahm regen Anteil an dem dörflichen Leben.

Die Ausrüstung der Feuerwehren war für die damalige Zeit der Größe des Ortes entsprechend. Eine Aufstellung aus dem Jahre 1920 über die vorhandenen Gerätschaften der Feuerwehr in Emmersweiler gibt uns ein Zeitzeugnis. Demnach waren vorhanden:

1 Spritze

4 Schläuche

1 Strahlrohr

36 Eimer

3 lange Leitern

2 Hakenleitern

4 Feuerhaken

1 Nachtlampe

1 Hydrantenstock

1 Hydrantenschlüssel

13 Helme

Ab dem Jahre 1935 übernahm Michel Hektor die Führung der Feuerwehr Emmersweiler. In der damaligen Zeit mußten die Feuerwehrmänner ihre Löschgerätschaften im Brandfalle mit einem Handkarren an die Einsatzstelle bringen, was oftmals sehr mühevoll und beschwerlich war. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 1.9.1939 unterbrach abermals jegliches kulturelles und öffentliches Leben. Die Menschen wurden evakuiert und mußten die Heimat verlassen. Nach ihrer Rückkehr waren es nur noch wenige Männer, die den Brandschutz aufrecht erhalten sollten. In den Kriegstagen wurden mancherorts die Löschmannschaften durch abkommandierte "Freiwillige" verstärkt. In dieser Zeit mußten die Männer oft weite Entfernungen bis zu ihrem Einsatzort zurücklegen, in brennende, zerbombte Städte und Dörfer.

Nach dem Krieg setzte die französische Militärregierung für eine Übergangszeit in Folge Michel Hektor, Mathias Hümbert und Edmund Allard (sen.) als Brandmeister in Emmersweiler ein. Auf Anordnung der Militärregierung erfolgte im Jahre 1947 eine Neuordnung des Feuerlöschwesens im Saarland, die eine Verpflichtung der freiwilligen Feuerwehrmänner auf fünf Jahre vorschrieb. Am 20.7.1947 wurde die Verpflichtung der Feuerwehrmänner aus Emmersweiler in Anwesenheit des Wehrführers der Amtsverwaltung Ludweiler, Hauptbrandmeister Nikolaus Nenno, durchgeführt.

Zu dieser Zeit mußte sehr viel improvisiert werden. Ein großer Idealismus wurde den Männern abverlangt, um ihren Aufgaben einigermaßen gerecht werden zu können.

Im Jahre 1956 erhielt die Feuerwehr in Emmersweiler erstmals eine Motorspritze, Baujahr 1934. An ein Löschfahrzeug war noch lange nicht zu denken, und so mußte die Motorspritze per Handkraft bewegt werden, oder oftmals an das Kraftfahrzeug des Brandmeisters Edmund Allard (sen.) angehängt werden.

Im Jahre 1957 wurde mit dem Bau eines neuen Gerätehauses auf dem Wackenhübel begonnen. Das alte Gerätehaus war baufällig geworden und mußte abgerissen werden. Im Juli 1958 wurde das neue Gerätehaus im Rahmen eines Festes eingeweiht. Im gleichen Jahr übernahm Albert Krisam die Führung der Feuerwehr. Im Jahre 1962 wurde von der Gemeinde Emmersweiler ein modernes Löschfahrzeug angeschafft, ein Opel‑Blitz mit eingebauter Vorbaupumpe. Dieses Löschfahrzeug war eine wesentliche Verbesserung des Brandschutzes für den damals 35 Mann zählenden Löschzug. Bei zahlreichen Einsätzen, wie Feuer‑ und Hochwasser tat es lange Jahre seinen Dienst.

Die Feuerwehrübungen fanden seit altersher an einem Sonntagmorgen statt. Vor dem Übungsbeginn fuhr ein Hornist durch den Ort, früher mit dem Fahrrad, später mit dem Motorrad und bis in die siebziger Jahre mit dem Löschfahrzeug und blies ein Signal zum Dienst.

In den sechziger Jahren wurden die ersten Jugendfeuerwehren gegründet, die männliche Jugendliche aufnahmen, um sie auf den aktiven Dienst in der Feuerwehr vorzubereiten.

Ab 1967 übernahm Franz Winter die Führung der Feuerwehr in Emmersweiler. In dieser Zeit hatte der Löschzug Emmersweiler eine eigene Jugendgruppe, die von dem Löschmeister Alban Thiel betreut wurde. In den Folgejahren reduzierte sich die Anzahl der Feuerwehrleute wegen Ausscheidens aus Altersgründen, Wohnortwechsel und anderen Gründen. Im Jahre 1972 wurde Edmund Allard (jun.) mit der Führung der Feuerwehr beauftragt. Zu seinem Stellvertreter wurde Franz Kögl gewählt. Die neue Führungsspitze machte es sich zur Aufgabe, mehr männliche Jugendliche und neue Mitglieder für die Feuerwehr zu gewinnen. Die Betreuung der Jugendfeuerwehr übernahmen in den Folgejahren: Oberlöschmeister Franz Kögl, Löschmeister Roland Rui, Oberfeuerwehrmann Peter Quinten, Oberlöschmeister Werner Zimmer und Oberfeuerwehrmann Frank Schikowski.

Im Zuge der Gebiets‑ und Verwaltungsreform im Jahre 1973 wurde die Amtsverwaltung Ludweiler zum 1. 1. 1974 aufgelöst, die Warndtgemeinden, mit Ausnahme von Ludweiler und Lauterbach, in die neue Großgemeinde Großrosseln eingegliedert. Damit verloren die Feuerwehren ihre bisherige Eigenständigkeit. Aus den örtlichen Feuerwehren wurden Löschbezirke innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Großrosseln.

Im Jahre 1975 wurde das Gerätehaus von den Feuerwehrmännen in Eigenleistung mit bescheidenen Mitteln renoviert, Ein kleiner Schulungsraum wurde hergerichtet und das Gerätehaus mit einem neuen Anstrich versehen. Im Jahre 1979 mußte ein neues Löschfahrzeug beschafft werden. Die Nachwirkungen eines Verkehrsunfalles im Jahre 1963 waren bei dem alten Löschfahrzeug zu einem Sicherheitsrisiko für die Feuerwehrmänner geworden.

Die Hochwasserkatastrophe zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel von 1981/1982 stellte an alle Feuerwehrmänner die bisher größten Anforderungen. Die Männer aus Emmersweiler hatten bereits in den sechziger und siebziger Jahren oftmals zu Hochwassereinsätzen ausrücken müssen. Doch diese Katastrophe übertraf das bisher Dagewesene. In Emmersweiler waren die Anwohner der Forbacherstraße in besonderem Maße durch das Hochwasser getroffen. In den Häusern waren alle Kellerräume, sowie die Geschäftsräume von Norbert Gruber und der Brezelbäckei Josef Rupp überflutet. Der Wasserstand erreichte eine Höhe bis zu 1,70 m Die Forbacherstraße stand bis zur Einmündung in die Wiesenstraße unter Wasser. Bei diesem Einsatz erhielten die Wehrmänner aus Emmersweiler Unterstützung von den Nachbarlöschbezirken St. Nikolaus und Dorf im Warndt. Bei dem einsetzenden Kälteeinbruch in der Silvesternacht, ging das Hochwasser sehr schnell zurück; noch schneller verschwand es jedoch, wie sich später herausstellte, in einem Grubenspalt auf der französischen Seite der Rossel. In Emmersweiler wurden die Einsatzkräfte, wie in den Jahren zuvor, von den Helferinnen und Helfern des DRK in den langen Einsatzstunden betreut.

Im Jahre 1981 nahm eine Gruppe des Löschbezirks Emmersweiler an einem Wettbewerb zur Erlangung der silbernen Leistungsspange erfolgreich teil, bei dem es sowohl auf feuerwehrtechnisches Können als auch auf sportliche Leistungen ankam.

Anfang der achtziger Jahre genügte das Feuerwehrgerätehaus den Anforderungen einer modernen Feuerwehr nicht mehr. Unter der Leitung von Oberbrandmeister Edmund Allard und seines Stellvertreters, Brandmeister Franz Kögl, wurden Pläne zur Umgestaltung des Gerätehauses erarbeitet und der Gemeinde Großrosseln zur Vorlage gebracht. In einem langen, oftmals beschwerlichen Weg wurde das Feuerwehrgerätehaus in Eigenleistung von den Feuerwehrmännen umgebaut. Durch einen Anbau wurde der Schulungsraum vergrößert, ein Toilettenraum, der bis dahin fehlte, errichtet und eine Heizung installiert. Am 31.5.1986 wurde der neue Schulungsraum eingeweiht. Mit der gleichen Energie der Wehrmänner wurde auch das Gelände neben dem Gerätehaus landschaftlich gestaltet. Selbstgefertigte Holztische und Bänke aufgestellt, die den Spaziergänger zum Verweilen einladen.

Im Jahre 1984 wurde der Oberlöschmeister Michael Werle zum neuen Stellvertreter des Löschbezirksführers gewählt. Im Jahre 1987 übernahm der Oberlöschmeister Werner Zimmer dieses Amt. Am 16.7.1987 ereignete sich in St. Nikolaus ein schwerer Tankwagenunfall. Die ausgelaufene Menge von Benzin gelangte in das Kanalsystem, welches nach Emmersweiler führt. Durch die entstandene Explosionsgefahr mußten die Anwohner aus der Straße Zum Waldsee und der Bergstraße evakuiert werden. Es wurden 40 Personen im Feuerwehrgerätehaus aufgenommen und von den Frauen der Feuerwehrmänner, die sich im Einsatz befanden, betreut. Die Feuerwehrmänner hatten sich im Jahre 1987 dazu entschlossen, in der Nähe des Gerätehauses einen Kinderspielplatz zu errichten. Die Arbeiten unter der Anleitung von Brandmeister Franz Kögl gingen zügig voran, so daß der Spielplatz "Kinderpark Wackenhübel" am 1.10.1988 eingeweiht werden konnte. Den Abschluß der Arbeiten am Gerätehaus in Emmersweiler erfolgte in der Zeit von 1991 bis 1992, in der die Fahrzeughalle renoviert und ein weiterer kleiner Anbau errichtet wurde. Das Gebäude erhielt einen neuen Außenputz. Die Mühe hatte sich gelohnt; am 24.5.1992 konnten die Feuerwehrmänner erstmals ein Feuerwehrfest durchführen.

Ende der achtziger Jahre lebte eine alte Verbindung zu den Sapeur Pompiers aus Morsbach wieder auf, die bereits in den sechziger Jahren ihren Anfang hatte.

Bei der Jahresabschlußübung am 13. November 1992 in Morsbach, nahmen erstmals die Feuerwehrmänner aus Emmersweiler an einer Übung mit den französischen Kameraden teil. Die Zusammenarbeit und die Freundschaft der beiden Feuerwehren hat sich in den Jahren über die Landesgrenzen hinaus gefestigt und vertieft. Die Jumelage zwischen Morsbach und Emmersweiler am 8. Mai 1993 wurde von den beiden Wehren mitgetragen; die engen Beziehungen damit offiziell besiegelt.

In den Tagen vor Weihnachten 1993 kam es zu einer Hochwasserkatastrophe, die in ihren Ausmaßen mit der von 1981 vergleichbar war.

Auch diesmal waren in Emmersweiler die Anwohner der Forbacherstraße und der Rosselerstraße gefährdet.

Am 20. Dezember 1993 war das Wasser so hoch gestiegen, daß an dem Schutzdamm, der hinter den Grundstücken der Forbacherstraße verläuft, in Höhe des Anwesens Gruber ein Wasserdurchbruch drohte. Durch das entschlossene Handeln der Feuerwehrmänner aus Emmersweiler, der tatkräftigen Mithilfe der Familien Gruber und Scherer und der Unterstützung durch die Gemeinde Großrosseln, die das dringend benötigte Füllmaterial heranbrachte, konnte der Durchbruch verhindert werden. An dem Grenzübergang wurden Erdmassen zu einem Damm aufgeschüttet, um weitere Überflutungen zu verhindern. Der Einsatz in der Forbacherstraße dauerte bis Tagesanbruch.

Am Nachmittag des gleichen Tages rückten die Wehrmänner aus Emmersweiler zusammen mit der gesamten Feuerwehr der Gemeinde Großrosseln zu einem Hochwassereinsatz nach Saarbrücken aus, von dem sie erst am darauffolgenden Morgen zurückkehrten.

Der technische Wandel unserer heutigen Zeit hat auch bei der Feuerwehr Veränderungen bewirkt. Bis Mitte der dreißiger Jahre wurden die Feuerwehrmänner mittels eines Hornsignals, später mit einer Handsirene und ab Anfang der fünfziger Jahre durch eine Feuersirene alarmiert. Heute sind keine örtlichen Feuermeldestellen mehr zu finden und auch die Stellen, von der man einen Sirenenalarm auslösen konnte, sind verschwunden. Die Feuerwehr von heute kann nur noch über die bekannte Notrufnummer 112 zu Bränden oder anderen Unglücksfällen zur Hilfeleistung alarmiert werden.

Seit 1989 ist ein Teil der Mannschaft mit modernen Meldeempfängern ausgerüstet, die in Verbindung mit der Feuersirene die rechtzeitige Alarmierung der Feuerwehr ermöglichen.

Die Feuerwehr in Emmersweiler verfügt zwar heute nicht mehr über eine eigene Musikkapelle und über die Mitgliederzahl wie zu der Zeit ihrer Väter, sie hat jedoch durch ihr Engagement einen wesentlichen Anteil am Leben unserer dörflichen Gemeinschaft in Emmersweiler.

Die Anzahl der Mitglieder im Jahre 1994 zeigt folgenden Stand: 20 Angehörige der aktiven Wehr

6 Angehörige der Jugendfeuerwehr (davon 4 Mädchen) 4 Angehörige der Altersabteilung.

Für die Zukunft bleibt zu hoffen, daß es in Emmersweiler immer Menschen geben wird, die zu helfen bereit sind, wenn ein Mitbürger in Not geraten ist; getreu dem alten Wahlspruch aller Feuerwehren "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr".